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Copper & Skins
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Das Klanglaboratorium Musing Die Ur–Drums |
Es ist nichts anderes als Klopfgeräusche. Sogar das Metronom im Logic heißt Klopfgeist. Ein wunderbarer Name. Er enthält das Klopfen und den Geist. Dieser Begriff scheint Bezug zu nehmen auf diese ursprüngliche Tätigkeit des Musizierens: Man klopft an der Tür des Geistes, den man rufen will. Vielleicht hat man wirklich erst später auf das Rufen vergessen und hat nur mehr den Genuß des Klopfens wahrgenommen. Was für sich allein schon ein akustischer Festschmaus sein kann. Jedes Klopfgeräusch klingt anders. Die vielen Klopfgeräusche, die einen Rhythmus ausmachen, jeder einzelne Schlag unterscheidet sich vom nächsten. Aneinandergereiht sind sie als Individuen kaum wahrnehmbar. Kaum. Entnimmt man den Schlägen ihre Individualität, erscheint der Rhythmus tot. Humanised klingt es so wunderbar, obwohl wir die Unmenge an Schlägen nicht bewußt verfolgen können. Wir spüren den Klopfgeist, wenn wir auch nicht wirklich wissen, warum. Danach folgen eventuell die Überlagerungen.
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Orchestral Manoeuvre for Small Snare & Percussion
Audiodemo
The Timbales & Snare Studio Version 2B
Am Nachmittag zuvor: Ich stand vor den Timbales und den TomToms und nahm die Stecken in die Hand. Unter den Timbales stand die Kleine Mapex Snare und wollte auch dabei sein. Good idea. Das wurde dann «Hören und Spielen». Do it! Anybody! Kein Programmieren, alles handgemacht. Außer der Baßdrum, die wurde mit einem Roland Octapad eingespielt. Mit dem Schlagstecken auf das erste Feld unten links. Eine Aufnahme, die noch bearbeitet wird, aber jetzt schon dazu einlädt, in Ruhe gehört zu werden. (Mikrophone: 2x Earthworks QTC50) |
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VooDoo auf dem Plattenteller
Wir hatten kein Händi. Unser TikTok war rein Analog. Es wurde auf allem getrommelt, worauf man trommeln konnte. Auf kleinen marokkanischen Tonbongos, mit Tamburins, Bongos, etwas später sogar Congas, die allerdings keine sehr stabilen Ständer hatten, die Füße, die in den Congas festgeschrabt waren, mußten immer wieder nachgestellt werden, um das Neigen der Congas bis zum Umfallen zu verhindern – vor allem wenn mehrere Personen auf einer einzelnen Conga spielten. Es war etwas besonderes, es gehörte uns und hatte nichts mit der etablierten Musik zu tun. Ich nehme an, daß dieser Faden bei mir immer noch Gültigkeit hat. Außer man leugnet seine Wurzeln.Dazu orientierte man sich an dem, was es an Platten gab. Da war «Niagara», eine deutsche (!) Erscheinung mit internationaler Besetzung; diese erschien 1970 bei United Artists und wurde 2016 bei Presch Media GmbH neu aufgelegt, mit dem gleichen unverwechselbarem Cover. Siehe da, am Schlagzeug saß ein gewisser Udo Lindenberg. Eine ganz seltene Platte war «El Babaku», eine Live-Aufnahme vom 3. Mai 1971 aus der Berliner Jazz Galerie, produziert von Joachim E. Berendt. Teldec Studio Berlin, MPS-Records GmbH. Und natürlich der berühmte, haitanische Musiker Exuma. Das katapultierte uns gleich mal weit weg. 1978 erhielt er für seine Musik sogar die British-Empire-Medaillie: Welcher Geist war da wohl in die Queen gefahren? Erschienen bei Mercury Records, später Buddah/Kama Sutra Records. |
Man nehme sie in die Hände. Man nehme sie zur Hand. Trommeln sind für die Hände gemacht. Sie werden geschlagen, nicht programmiert. Wie oben erwähnt, sie brauchen die individuellen Schläge, um sich entfalten zu können. Sie entziehen sich völlig der Programmierung, sind 100% organisch und weisen oft eine Schlagfläche vor, die aus der Haut eines toten Tieres gemacht ist. Das ist nichts Leichtfertiges. Ich habe auf CD haitanisches Voodoogetrommel. Diese legte ich ein als ich einmal Sankar Prosad Chowdhury zu Besuch hatte. Einmal hatte er mir ein, zwei Takte Tablarhythmen vorgesungen und sagte: «Now play it!» Ich stand vor den Congas und spielte so ungefähr das, was er vorgesungen hatte. Ich hatte keine Ahnung, was ich tat, spielte einfach, was ich für richtig hielt, ging aber ein paar Schläge zu viel. «Stop!» rief er. Aber ansonsten hatte er nichts zu Meckern. An diesem Beispiel sieht (hört) man, wie sehr es um das Spielen geht: Um die Umsetzung von Gehörtem in Gespieltes. Eine großartige musikalische Lektion. Nun, wir hörten die Voodoo Rhythmen und ich sagte: «Count!». Man muß sich bewußt sein, wie komplex die Rhythmen sind, die ein Tablaspieler im Laufe der Jahrzehnte zu beherrschen lernt. Sankar gab auf und schüttelte den Kopf. «This is too complicated, I cannot do this.» Sind die Rhythmen tatsächlich so komplex oder kümmert sich niemand um das Zählen? Laufen die Takte einander davon und werden sie von einem äußerlich nicht zu lokalisierendem Metronom geführt? Oder werden Sie eventuell von unsichtbaren Taktgebern geführt? ... die ein mehrrädriges Gefährt fahren, dessen Antriebe für jedes Rad zwar von einem Individuum beschleunigt werden, deren Beschleunigungen nicht abzählbar sind, aber doch soweit getaktet ablaufen, daß die getrommelte Collage nicht zerbricht? In der Tat, während einer Trommelsession in der Mansarde in den Siebzigerjahren, da fingen meine Hände wie von allein zu trommeln an. Voller Erstaunen schaute ich auf meine Hände, die plötzlich aufhörten. Das Trommeln ist ein eigenwilliges Gefährt. * * * Links meine alten LP Junior Congas. Zum Geburtstag habe ich sie mir mit neuen Fellen versehen, die alten waren gerissen oder klanglos geworden. Ich versah sie mit Timbalesfellen, die paßten zwar nicht so recht, aber mit dem Hammer ging's doch. Ab und zu hilft ein wenig Gewalt. Jetzt klingen sie wie kilometerweit in der Höhe. Sind sie ein Ersatz für Timbalitos oder helle Bongos? Wohl kaum, sie haben einfach ihre ganz eigene Klangfarbe erhalten. |
