LSD Symposium 2006


 
Guru Gurus Mani Meier am Schlagzeug, eingebettet in der sensationellen Lichtshow der LightRiders.
 
 

Holistics Home

High oder nicht high, und wenn, wie high?


LSD – Sorgenkind und Wunderdroge: Es gibt sie immer noch, die Lieblingsdroge der Hippies. Es gibt immer noch Menschen, die sich mit ihr beschäftigen, sehr intensiv und sehr sorgfältig. Und das hat eigentlich nichts mit Designer- und Unterhaltungsdrogen zu tun und schon gar nichts mit einem Zustand, den man erreichen kann, wenn man genug Alkohol in sich hineinkippt. Ich behaupte: LSD hat nicht mit einem Rausch zu tun, wie man ihn herkömmlicherweise definiert.
 
Jede Veranstaltung verwürzt sich zunächst einmal selbst mit der Anwesenheit eines Sortiments an Trittbrettfahrern und Schnüfflern. So wähnte ich auch das LSD-Symposium in dieser Schublade. Aus diesem Grunde wollte ich mir das Theater auf und vor den Bühnen entgehen lassen, bestenfalls den Vortrag vom Christian Rätsch anschauen gehen bzw. das Konzert am Samstagabend. Nun, das Schicksal ergab sich, daß dem Dieter Hagenbach seiner Mitarbeiterin der Mac ein paar Tage vor dem Symposium zu spinnen anfing. Die ohnehin bereits nervlich überbeanspruchte Dame begann den Kreuzweg der Verzweifelten zu besteigen. Wenn nicht da ich gewesen wäre, der die Funktionsfähigkeit des digitalen Helfers wiederherstellte (die Rettung, wie man sie auch in Wien nennt: Tatü, tatü!) und damit folgendes Gespräch auslöste:
 
Dieter: Gibst dem Edward eine Dauerkarte?
Angela: Das habe ich schon.
Dieter: Ohne mich zu fragen?
Angela: Ich habe ihn als Computerhilfe eingeteilt.
Dieter: –
Und so kam ich in den Genuß einer Dauerkarte für das LSD-Symposium.

Die Bilder und Videos im Text Ein Klick auf das jeweilige Bild im Textverlauf öffnet eine größere Darstellung.
Ein Klick auf den Videolink öffnet den Videoplayer.
Ein Klick über den Rand der Vergrößerung oder des Videoplayers schließt dieses Fenster.



Lysergsäurediethylamid
So heißt es. Und ein 25 ist auch noch oft dabei, weil es das 25igste Derivat war.
 
 


Ein kritischer Blick meinerseits. Im Gespräch mit Dieter Hagenbach.
 



Der psychedelische Maler Alex Grey signiert.
 
 
 
 

Ein Gespräch mit Albert Hofmann

60 Jahre LSD

18 Min. 22 Sec.
Ein Gespräch mit
Albert Hofmann

Gaiamedia Foundation
15. Mai 2003
(Ausschnitt)
 


video02 Beschrieb

LSD Symposium 2003

4 Min. 16 Sec.
Albert Hofmann
Abschließende Worte

San Francisco Saal
Messe Basel
15. Januar 2006
 
 
 
 
Ich hatte das Glück, als junger Mensch unter Hippies zu sein. Auch das war eine Klassengesellschaft, die von einer Hierarchie geprägt war. Es gab solche, die sich nur unterhalten wollten. Dann die Vegetarier. Die Psychedeliker und Mystiker. Und so wie die «klassischen» Musiker herabschauten auf die Jazzmusiker und die Jazzmusiker herabschauten auf die Rockmusiker, so schauten wir auf die herab, die Alkohol tranken oder Fleisch aßen. Das am Rande. Aber tief verknüpft mit all unseren Weltanschauungen, da war doch eine innere Verbundenheit, die zum Ziel hatte, eine freie Welt zu erschaffen. Frei von Krieg, Elend und Verblödung.
 
Sobald die älteren Hippes in ihrem VW-Bus vor dem Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium saßen und mit den jüngeren Hippies (von denen ich einer war), kommunizierten, lagen die beobachtenden Augen der Professoren auf uns. Denn diese psychoaktiven Substanzen, die anscheinend die Pforten der Wahrnehmung öffnen, waren den Weintrinkern (von denen es in Baden bei Wien mehr als genug gab) überhaupt nicht geheuer. Und dann kursierte die Entdeckung Albert Hoffmanns in unseren Händen. Was 1943 in Basel entdeckt wurde, kam auch zu uns nach Österreich.
 
Viele Jahrzente später kam ich dazu, den Entdecker sogar auf Video zu bannen; mit den Mitteln, die mir 2003 zur Verfügung standen, da war High Definition Video in weiter Sicht. Aber aufgenommen ist aufgenommen, die Bänder haben die Akteure überlebt. Jetzt, so gut es mir möglich ist, sind die Bänder neu digitalisiert. Dieter Hagenbach und Albert Hoffman sind immer noch zu hören.
 
Mit einem Kraut- und Rübensalat an Videokameras in der Lounge und einem DV-Rekorder vor mir im Hinterzimmer der Gaiamedia-Foundation drückte ich auf die Knöpfe eines ganz einfachen Videopults. Von Weißabgleich keine Spur: Da gab es das Loungelicht, ein wenig Videolicht und das Tageslicht von den Fenstern, eine wilde Suppe an Lichttemperaturen. Albert Hoffmann trug ein Sennheiser Lavalier Mikrophon, das ich mit einem kleinen Gitarrenverstärker verband, der ein wenig Verstärkung lieferte, damit der Albert nicht schreien mußte. Der gesplittete Ton kam auch in den Recorder. Und fertig ist das historische Dokument.
 
Das Videolicht lief über ein kleines Lichtpult rechts auf dem Regal hinter Albert Hoffmann. Das Pult reichte gerade bis zum Ende der Vorstellung, dann gab es einen Knall, der auf das Ableben eines Kondensators hinwies. Schnell trug ich das Gerät in den Gang hinaus. Ein geplatzter Kondensator verbreitet einen bestialischen Geruch. Was auch dieser Kondensator beweisen mußte.
 
 
 
Aus den Tausenden von Erlebnissen geboren
 
W as mich da erwartete, war nicht mehr in Worte zu fassen. Vielleicht muß ich in diesem Sinne das Ereignis in ein äußeres Ereignis und in ein inneres Ereignis aufteilen; seine Wechselwirkung auf mich war sowohl von allgemeiner kultureller und – ich wage das Wort so locker auszusprechen – spiritueller Bedeutung.
 
Kultureller, weil dieses Ereignis nach den vielen (sechzig) Jahren vorzeigte, daß die Gattung der psychedelischen Kunst noch lange nicht in jener Sackgasse steckengeblieben war, in der man – betrachtet man sie auf hippie’scher-nostalgischer Weise – ohne Ausweg verklemmt zu sein schien. Dafür haben die vielen Erbauer von Synthesizern und die vielen Maler und VJs gesorgt, die den Faden der Sixties aufgenommen und weitergesponnen haben. In Klartext: Wir sind möglich, im Gegensatz zu unmöglich. Wir, die Urhippies und Nach-Hippies, wobei die Ur-Hippies eigentlich eine große Verantwortung gegenüber den Nach-Hippies hätten, gell.
 
Und sprituell, weil der «Impact» des in diesen drei Tagen Erlebten in mir nach langem wieder eine Aura der Geborgenheit ausgelöst hatte – begleitet von der zermürbenden Erkenntnis, daß unsere Medien jedem Ereignis solcher Art belächelnd den Rücken zukehren, und verniedlichend milde grinselnd (schon wieder eine schöne neue Worterfindung, indeed) wieder der Tagesordnung der systematischen Massenverblödung nachgehen. Ein hundertjähriger, pensionierter Chemieangestellter spricht zur Jugend und zur Welt, was Mullahs, Rabbis, Päpste, Kardinäle und was weiß ich für kirchliche und sonstige Würdenschlepper und Wortverdreher trotz aller ihrer Megafestivals und Waffensegnungen auch nur im Ansatz denken können. Ein hundertjähriger feingliedriger zarter Mann steht wacklig auf der Bühne und spricht. Ja: er hat – im Gegensatz zu den vielen Politikern vor, über, hinter, in und unter uns – gesprochen. Etwas gesagt.
 
Fassen wir die Worte Albert Hofmanns zusammen, haben wir es beim LSD nicht mit einer chemischen Substanz allein zu tun, sondern mit einem lebendigen Wesen. Ich hatte eine Veranstaltung von fast erschreckender Religiösität besucht. Es war hier die Rede davon, daß Albert Hoffman nicht nur «unsauber» gearbeitet hatte, und deshalb «zufälligerweise» mit einer «bewußtseinsverändernden» Substanz in Kontakt gekommen war, nein, das ist viel zu, viel zu banal. Ein – so wurde es umschrieben – «Molekül» hatte ihn gerufen, seine gesicherte Arbeitsweise umgangen und ihn mit seinem Ruf in eine surreale Welt von Wahrträumen entführt, deren Existenz zwar schon von allen Schamanen auf der Welt erfahren worden war, von den Surrealisten Europas wiedererahnt, aber von der Gesellschaft totgeschwiegen, unterdrückt und – erschreckendst über allem – unter ein mentales Verbot gestellt wurde; unter ein Verbot, das nicht nur gesetzlich verankert ist, sondern auch mit einem Siegel aus Angst und Verunsicherung versehen ist, das das Fundament der Denkweise unserer Gesellschaft ausmacht.
 
Und jenes gesellschaftliche Fundament wurde mit dieser Veranstaltung durchbrochen. Die Ab- und Aufgänge in die verschütteten Welten der Seele wurden als frei erklärt. Die inneren Welten der Liebe, der Erkenntnis, der reinen Freude und vor allem des unbeschränkt freien Denkens wurden als seelisch erfaßtes Manifest wiederentdeckt und bestätigt. Es wurde bestätigt, daß es diese Welten gibt und daß sie für unser Leben von immenster Wichtigkeit sind. Das wir ohne diese Welten, ohne unengeschränkten Zugang zu diesen Welten nur mit einem Bruchteil unseres Lebensgefühls auf der Welt einherstolpern. Erst die regelmäßige Begegnung mit dem Unbekannten kann uns soweit schulen, daß wir Wahrnehmung der Wirklichkeit erlangen, auch die unendliche Last der Schuldgefühle abstreifen, mit der man uns seit Jahrtausenden am Gängelband hält – und so auch ein Lebensgefühl entwickeln, das unser ganzes Dasein mit Schönheit, tiefem Fühlen, kindlicher Hoffnung und verinnerlichtem Frieden erfüllt. Der Shamanismus ist ein solcher Weg (ein). Und der (ein) Shamane des Abendlandes scheint LSD zu sein (bitte aufmerksam lesen, es steht hier nicht das, was man vermeint). (Macht das Licht aus, meine Augen leuchten blau.)
 


Nebenbeschäftigung Schamanentrommeln: Wem es in
einem Vortrag zu langweilig wurde, rief die Geister.



With a little helf from his friends. Albert Hoffman wird
zum Schlußwort auf die Bühne geholfen. Der Körper mag
wohl mit der Zeit etwas nachlassen, aber der Geist sollte
das nicht: was Albert zu beweisen wußte.

Ich betrachte: Es war mehr als ein Symposium, mehr als ein Plenum, viel mehr als nur eine Veranstaltung von aneinandergereihten Vorträgen. Es war eine Zusammenfassung einschneidender Erlebnisse und Vorgänge aus den letzen sechzig Jahren eines wichtigen Teils der Menschheitsentwicklung. Ich würde behaupten, wir haben hier eine der Stützen des Seelenlebens des Abendlandes als Destillat: das, was an wichtige – und das ist nun das Ausschlaggebende für seine Bedeutung – persönliche, und das möchte ich nochmals betonen, persönliche Erlebnisse für Abertausende von Menschen ermöglicht wurde; zum Teil lebensverändernde Erlebnisse, die durch die Wirkungsweise dieser mir «unverständlicherweise» verbotenen «Droge» LSD ausgelöst wurden. Wie jede spirituelle Erfahrung wird man durch ein solches Erlebnis in eine – ich will es so nennen – positive Relation versetzt. Das Alltägliche wird sehr schnell einmal nichtig und die alltäglichen Probleme treten in eine – für viele Menschen, die ungeschult solche Erlebnisse suchen – gefährliche Ferne. Das Alltägliche wird logischerweise aus dem Vordergrund in den Hintergrund gestellt, weil sich das veränderte – viele würden nun sagen: erweiterte – Bewußtsein mit einem ganz anderen – vor allem in einem persönlichen und in einer unmittelbar erlebten Gegenwart wahrgenommenen wird. Gerade diese persönlich und unmittelbar erlebte Wahrnehmung scheint eine Eigenschaft der Wahrnehmung zu sein, die die Einnahme von LSD grundsätzlich begleitet. Die Zeit wird nicht mehr von Vergangenheits- und Zunkunftsvorstellungen bedrängt und eingezwängt.
 
 

 
 
Die Wiege das LSD
 
Warum Basel? Die Erinnerung an die Freiheit.
Lange Jahre – Jahrzehnte – hatte ich mich gefragt, warum ich denn schon so lange in Basel bin. Dieses Symposium war so etwas wie eine Antwort auf diese Frage. Eine Antwort, die einem nach langem Warten, Irren und Bangen in den Schoß fällt. Eine metaphysische Antwort, die gar nicht so recht in Worte zu fassen ist, nur umschreibbar, lange nur erahnbar.
 
Der Versuch einer Antwort.
Und noch: Seit geraumer Zeit beginne ich das Phänomen der inneren Freiheit zu erkunden. So undurchsichtig gefährlich die Gruppierung um Charles Manson gewesen sein mag, ich entsinne mich eines Zitats einer seiner «Schülerinnen» Linda Kasabian: «Freiheit bedeutet Verantwortung, darum verabscheuen sie so viele Menschen.» Ja. Es ist bequemer sich hinter das "Gesetz" zu verstecken, hinter seiner Angst, sich nichts mehr gönnen zu dürfen (geht man einen vermeintlich «asketischen» Weg), hinter seinem persönlichen fest durchgewässerten und zurechtbegogenen «Jesus», der sich um seine «Sünder» kümmern muß, hinter einem despotischen «Krishna», hinter seinem Therapeuten oder einfach in der Menge seiner Lieblingsfußballmannschaftanbetungsgesellschaft. Ich habe hier weder Jesus noch Krishna verurteilt. Nur die Menschen, die deren Prinzipien zu einer Inquisition umgestalten.
 


1993 erschien die erste Ausgabe der «Lysergic Word»,
eine Zeitung zum Thema LSD.

«Do What You Like» hieß ein Song von Ginger Baker (auf dem Blind Faith Album). Und hat damit völlig recht. Do what you like: Eine gesunde Seele, oder eine solche, die Gesundung sucht und tatsächlich auf dem rechten Wege ist, (ach wie klingt das wieder despotisch: «auf rechtem Wege» ...) ihre Gesundheit und Aussstrahlung wieder zu erlangen, die fordert ihren zugewiesenen Körpern gar nicht erst zu destruktiven Handlungen auf. Innerlich hat es da eine Sperre, ein energetisches Gewissen, das selbst Entscheidungen verhindert, also nicht nur bereits vorbereitete oder unvorbereitete Handlungen, die in einem Abgrund enden können. Die Gesundheit der Seele ermöglicht das «Do What You Like».
 
Nun scheint es verschiedene Möglichkeiten zu geben, diese Befreiung zu vollziehen. Und keine funktioniert. In unserem Leben bleibt es immer beim Versuch, sich aus den Verstrickungen zu lösen, die uns vom «Lebendig» trennen. Sobald wir das «Lebendig» verspüren, versuchen wir daraus eine Regel zu machen, weil wir ein Rezept suchen, dieses so lang ersehnte und und so lang vermißte und entbehrte «Lebendig» endlich fassen zu können, es oft «geglaubt» haben und nicht wirklich taten, weil wir so sehr von Rezepten, Regeln, Ge- und Verboten geprägt sind. Und da steht ein weiser alter Mann vor uns auf der Bühne, etwas wacklig mit seinen hundert Jahren, aber strahlend wie ein Jüngling und sucht nach Worten, um uns das zu vermitteln, was er an innerer Freiheit erfahren hat. Wie viele von den Anwesenden suchen nun – schon aus purer schlechter Angewohnheit (und das klingt jetzt hier wie aus einem Büchlein für Benimmtipps, was ja auch seine Daseinsberechtigung hat, denn aus dem guten Ton entsteht eine liebenswürdige Gemeinschaft) – wieder eine Regel zu formen. Und es gibt sie nicht. Es gibt nur die Ahnung dessen, was wir so verzweifelt suchen: unser abhanden gekommenes Glück, unseren Seelenfrieden, unsere persönliche Ekstase, von der wir von anderen gehört haben, daß sie es erlebt haben, und wir hätten sie auch gern in unserer Schnupftabakdose jederzeit zur Verfügung, und wenn wir sie mit einer Prise Droge erhaschen können.
 
Oh nein, dazu müssen wir uns erst befreien und damit liebevoll werden. Tief eintauchen in die Bedeutung aller unserer mißbrauchten Worte: Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Gemeinschaft. Alles Begriffe, die uns mit dazugehörigen Handschellen offeriert worden sind. Wie man sich befreit, damit hat man schon etliche Rollen Papier bedruckt, wobei es meine persönliche Ansicht ist, daß ein Osho da schon recht nah herangekommen ist, und ich verzeih ihm sehr gern, daß auch er ins Dickicht geraten ist. Aber: Man hat es gewußt. Man hat es erahnt. So wie ich es selbst immer wieder habe, dieses nicht abzuweisende Gefühl der Ahnung, daß da noch etwas mehr ist als diese elende Matrix, der man seinen Tribut zollen soll.
 


Die Fahrradfahrt des Albert Hofmann.
Auf der Seite 1 der «Lysergic Word».

Es geschah 1943. In Basel. Der Chemiker Albert Hofmann hatte nicht geahnt, daß die Substanz an der er arbeitete, über die Berührung mit der Haut in seinen Körper gelangte. Das resultierte dann in einer Fahrradfahrt, die in die Geschichte einging. Noch ahnte er nicht, was diese Berührung mit dieser psychoaktiven Substanz auslösen wird. Es würde den Rahmen diesen kleinen Kommentars sprengen, all das auch nur zu erwähnen. Aber so viel sei gesagt: LSD war und ist keine Genußdroge. Das LSD ist eine Substanz, mit der man mit äußerster Vorsicht umgehen muß. Sie kann eine Lebensansicht auf den Kopf stellen. Auch damit muß umgegangen werden.
 
Bin ich deshalb in Basel? Hat mich das Molekül gerufen? Poetisch, nicht wahr? Man bezeichnet Basel auch als eine Drachenstadt. Spielt dieser Aspekt auch eine Rolle. Davon weiß ich aber zu wenig.
 
Jenem Shamanen-Anwärter, der aus Österreich angereist war und mit zwei Anderen aus der Gegend um Baden bei Wien bei mir Gästezimmer und Atelier bewohnten, gefiel die Umgebung des Kongresses überhaupt nicht. Aber bitte: Unsere noch immer mit Hippiehemden geschmücken Naturburschen dürfen sich auch mal, so meine ich, in einem glänzenden Kongreßzentrum sehen lassen. Das arme Gebäude ist ja eh nur die ganze Zeit in der Umklammerung von Salary-Men, die sich dann noch intensiver gegenseitig die Füße umarmen. Da ist es ja doch für eine Kongreß- und Kulturstadt Basel eine notwendige Abwechslung, in blauen Fantasykostümen gekleidete Damen tänzeln zu sehen, in Talaren wandelnde Rastas oder sonstige dreadbelockte und schillernde Gestalten, die auf bestem Wege sind, noch tiefer in ihr neuronales Netz vorzustoßen, um endlich die lang erahnte und erwünschte Freiheit von der Knechtschaft der Borgs zu erlangen. Eine Freiheit, die dann so aussieht wie das, was ihre Eltern immer befürchtet hatten. Hier ist sie, die Freiheit! Der Atem befreit sich, Wissen wird zu jenem unauslöschlichem Verstehen, das sich vom Obergscheit sein durch seine Echtheit unterscheidet. Alles andere wird weiterhin erahnt. Und das alles ganz unbeholfen, es sind alles Schritte auf Glatteis. Aber an diesem imaginären Punkt des 100-jährigen Geburtstages von Albert Hofmann hat sich eine mögliche neue Weltordnung manifesteiert, eine jenseits der Pyramide mit dem Auge, jenseits von Bush (Als ich das Schreib, war er Präsident der USA.), Papst und Globalisierung. Und vor allem: jenseits von Schlagworten. LSD bedeutet Freiheit. Freiheit bedeutet Verantwortung. Verantwortung gegenüber sich selbst und auch jedem gegenüber, der sich bereit erklärt, die oft ersten und zaghaften Schritte Richtung jener Freiheit zu machen.
 
 
 
 


Eine Doppelseite aus der Spezialausgabe der «Psychedelic Illuminations» zum 50. Jahrestag des LSD: Ein Artikel mit dem Titel «Personal Computers / Personal Freedom» von Timothy Leary. Mit psychedelischer Illustration.


Looking Glas.


 
Ein voller San Francisco Saal.
 

 

 
Nicht zu übersehen: Die Ausstellug.
 

 

 
Ausgestellt: Mein Video zum 60-Jährigen des LSD. Siehe Video oben. Damals noch auf VHS-Kassete abgeliefert.
 

 

 
GuruGuru ist auch da und spielen zum ersten Mal live den LSD-Marsch. Christian Rätsch räuchert und spricht.
 


 
Eine eindrückliche Reihe von gewaltigen Gongs: Das Star Sound Orchestra. Lightshow by LightRiders.
 

 

 
Gerammelt voll. Es kam, wer das nötige Kleingeld für den Eintritt hatte.
 

 

 
Hippie photographiert Securitas. Vor dem Gebäude demonstrierten die Scientology-Anhänger mit Transparenten wie: «Zwäg au ohni LSD.» Sie wurden von der Polizei verjagt.
 

 

 
Christian Rätsch spricht, mein Gast aus Österreich horcht.
 

http://www.lsd.info/
 
Der Vortrag von Albert Hofmann «Die Entdeckung des LSD / Die Bedeutung von LSD aus der Sicht des Entdeckers» scheint noch auf DVD oder als Download erhältlich zu sein: https://shop.auditorium-netzwerk.de/detail/index/sArticle/20385

Und Backdrops habe ich auch noch geliefert!
 
Backdrop auf der Bühne