Als Abschluß eines dreijĂ€hrigen wissenschaftlichen Projekts prĂ€sentierte die Musikakademie Basel die Ergebnisse im Rahmen eines zweitĂ€giges Symposiums mit dem Titel «Forgotten relavives / Small bassons of the 18th and 19th centuries on stage again». Ein weitreichendes Gebiet, das mich als Laienteilnehmer völlig ĂŒberforderte. Nachdem ich mich jahrzehntelang mit Elektronik, Popmusik, Frequenzen und Aufnahmetechnik beschĂ€ftigt hatte, wurde ich mit der Existenz des Savary-Fagotts konfrontiert, mit dem Repertoire des hochgestimmten Dulzians, der Verwendung des Fagotts in der Harmonie-Musik, der tĂŒrkischen Musik und der MilitĂ€rmusik und – oh, was fĂŒr eine lange Liste.
 
Anscheinend können diese historischen Instrumente heute mit einem 3-D Drucker hergestellt werden und bekommen damit ein neues Gesicht in weißem Plastik. Laut Blindtest vom Original klanglich nicht zu unterscheiden.
 
Die Zusammenfassung dieser zwei Tage finden sich auf dieser Website:
https://www.historical-bassoon.ch
https://www.fhnw.ch/plattformen/3dfagottino
Die Live-Streams
 
Ich kann es nur empfehlen, die Veranstaltungen der Musikakademie Basel im Auge zu behalten: https://www.musik-akademie.ch/de/veranstaltungen.html
 
 
 
Die Möglichkeiten des Verschönerns
In einer Stunde der Muße kann es den Griff zu den Textilien geben.
A Dandy One Could Be
 
Es gibt Menschen, die nicht anders können, als dem Quaken der Influencer zu folgen. Dann gibt es noch die Sorte Menschen, die behaupten, es sei bequem, was sie da anhaben. Und jene, die behaupten, sie brĂ€uchten «das» nicht. Und dann noch die vielen Enten, die zur Herde gehören mĂŒssen. Die Entenherden. Die jetzt schon als Keule herumwandern. Lebendig gefressen.
 
 
 
 
Suit Makes Gentleman. Und ein Kohlemikrophon aus den dreißigerjahren dazu, das schaut erst recht gut aus.
Die Freude des Dandys an Klamotte und an einem
Kohlemikrophon.
Ja, ich habe die 80er Jahre ĂŒberlebt. Naja, viele junge Menschen und viele bereits auch Ă€lter Gewordene kennen die 80er Jahre nicht mehr oder nur aus Dokumentationen und Sudelsendungen. Die 80er und die Jahre davor hatten eine eigentĂŒmliche Spezies hervorgebracht. Irgendwas ... sowas wie die «GrĂŒnen». Die «alternativ» «Denkenden». Die bis in die 90er die höchste Selbsterkenntnis in einer Therapie zu finden glaubten. Immer noch besser als an Influencie zu sterben. Und parallel zum goldenen Mittelweg der therapeutischen Selbstverwirklichung entstand die Doktrin der falschen Bescheidenheit – und wie falsch sie war. Nicht nur, daß sie so richtig kackefalsch war, sie beruhte auf Mißinformationen und Verdrehungen. Die Verhaltensweisen (eigentlich uralt), damit man zu einer Gruppe gehört, anerkannt zu werden, nicht am Rand oder außerhalb des Randes zu stehen. Und nachher, da man sich in der Sicherheit der Geborgenheit innerhalb der Gruppe wĂ€hnte, da konnte man seine Mitgefangenen durch sanftes Auffallen, durch eine «freche» Frisur oder mit einem «aparten» Lumpen etwas aufrĂŒhren, aber nur um ein pouquinho de nada. Man gestattete sich nur wegen Anderer zu schĂ€men, jener Anderen, die wirklich (eher anscheinend) die Grenzen des guten Geschmacks ĂŒbertraten. Aus bescheidener Sicht gestattet und legitimiert.
 
Genug geheult, und erst recht genug wehegeklagt: Die Mode ist tot. Es lebe der Anstand. Und mein Anstand ist es, meine Garderobe zu wĂ€hlen aus dem Alles und Nichts, was ich im grĂŒnen Regal habe. Ja, was ich da alles im Regal habe! Potentiell ein Reigen fĂŒr den Ball des Aschenputtels oder die Wardrobe fĂŒr Prosperos Maskenball. Oder Children's Rainy Day in the Attic.
 
Kleider machen Leute. Und sie sind auch Machtmittel. Alles im Universum ist Unterhaltung, feeling nice. Pleasant. Und dann gibt es noch die vielen Leute, die sich dann wohl und sicher fĂŒhlen, wenn sie Macht haben und Macht ausĂŒben können. Also kleidet man sich teuer und hat Tausende von Schuhen. Oder so. Aber was geschieht im Inside? Ist teuer gut, weil es teuer ist? Weil teuer die Abgrenzung zum Pöbel ist?
 
Es gab die Zeit, da war die Latzhose in. Und die «GrĂŒnen» liefen in Latzhosen rum oder in Pyramidenkleidern, die Weiber, und lasen die Emma. Und dann entdeckte man das «Styling», in der Flimmerkiste liefen die Vorher-Nachher Sendungen. Irgendwelche armen Teufel, die vorher wie ein Emma-Leser aussahen, sahen nachher wie der Talkshowmoderator aus, genauso wie die Leute, die den Schmarrn prĂ€sentierten. Aus eins mach 2 und aus der gleichen Form 3 Millionen. Und das Publikum applaudierte. Es könnt mir nicht wurschter sein, was dem General Public gefĂ€llt, das ist sowieso auf dem elektrischen Stuhl der Medienindustrie zu Tode gebrutzelt worden. Wenn ich mein Aussehen anpasse, dann entweder um einen Tempel zu besuchen oder nicht wieder irgendwelche saublöden SprĂŒche anhören zu mĂŒssen.
 
 
 

 
Die Möglichkeiten des Verschönerns 2
Das apolitische T-Shirt und Sackstoff aus Varanasi.
 
 
Teuer ist gut, weil es handgemacht ist, handwerklich durchgewalkt, das Produkt war einem Entwicklungsprozeß ausgesetzt, der diesem Kunsthandwerk Seele eingehaucht hat. Und wer Seele hat, hat auch etwas zu erzĂ€hlen, das ist die Literatur eines KĂŒnstlers/Handwerkers.
 
Soll ich in einen Laden gehen und mir eine edle Krawatte kaufen? Das wĂ€re Geld ausgegeben fĂŒr einen unnĂŒtzen Lumpen. Ich stelle mich lieber vor die Kamera und schmĂŒcke mich mit einen 1930er Kohlemikrophon. Das Mik erzĂ€hlt was ich tu. Es stammt aus Amerika und der Leo Eugen Schaal hat mir ein Phantom-Power Kabel dazugebaut. Das Mik klingt nach einem Radio aus der Steinzeit und der Noisefloor ist so, als wĂŒrde man neben einer laufenden Waschmaschine aufnehmen. Und das hat mir sieben Hunderter gekostet. Aber es hat Geschichte und schaut super aus. Und wenn ich nur ein einziges Photo mache und es schaut gut aus, dann ist das gut so. In meinem grĂŒnen Regal hat es Sackstoff aus Varanasi. Da lasse ich mir auch was machen, dann laufe ich in Sackstoff rum. Wie manche Sadhus. Alles, was aus Kashi (Varanasi) kommt, ist ein StĂŒck Varanasi. Was nach Kashi geht, so sagt man, wird zu Kashi. Ich bin ein religöser Mensch. Aber absolut unpolitisch.
 
Alles nur Genuß. Eigentlich harmlose Unterhaltung. Man kann es nicht wirklich erst nehmen. Aber jedes dieser Spielzeuge kann uns gescheiter machen, weil es eine Erkenntnis auslöst. Das ist das Schöne am Spielzeug. Win-win.
 

Und so ganz allgemein...
 
Das Topimage und der Hauptartikel sind random: Falls jemand eine bestimmte Seite lesen will, diese findet man im Dropdown: «site index»
 
Das hier ist eine Schrift. Wie ein altes Buch, das mehr gezeichnet wurde als geschrieben. Ich möchte damit so nahe wie möglich an Schreib- und Setzkunst kommen, und das im Internet, auf einer Webpage, die für einen guten Bildschirm und gute Lautsprecher gedacht ist. Die Site richtet sich an Besucher, die sich die Zeit nehmen, sich in Ruhe den Inhalten zu widmen. Ihr könnt hier responsive Design vergeblich suchen, ich mühe mich nicht ab, um dann die Inhalte auf einer Streichholzschachtel präsentieren zu können.
 
Es braucht viel Aufwand, zu überlegen, was ich hier schreibe, zeichne und per Photographie, Tonaufnahme und Video auf dem Web wiedergespiegelt haben will. Jeder Gedanke ist überlegt, jede Aussage verlangt auch dem Leser die eigene Überlegung ab, so ist es gedacht. Es mögen Inhalte noch etwas unbeholfen erscheinen, noch nicht ausgereift, dennoch werden sie hier präsentiert, sie sind Teil des Flusses. Es ist ein Magazin, eine Reflexion persönlichster Art und ein Buch, ein Hör- und Filmbuch, das vom Einkauf bis zur Überlegung über den Tod führt: der Spanne des Lebens. Damit sind diese Inhalte für mich wertvoll und sollen es auch dem Besucher sein. Sollte ich diese Inhalte ohne mein Erlaubnis irgendwo anders antreffen, dann werde ich böse und dieses Böse wird Folgen haben. Sollte jemand durch diese Inhalte die Antwort auf eine Frage finden, die ihn schon lange beschäftigt, dann ist meine Aufgabe von gutem Ergebnis gekrönt. Auch ich bin dankbar für jede Orientierung.
 

 
 
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