Studio Project    Papers We Write And Read 


 
Illustrationen:
Alfred Morgan: "The Boy's Book of Radio and Electronics", 1954
Umschlag und Seite 82 aus dem Kapitel: "Underwater Sounds Helped to Win Word War II"   More
Und ich mit Zeugnis, Marke: "Vorzugsschüler", 1968.
 

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Glam?



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(AIF, 48 kHz, 122.4 MB)
 
 

 
Klein und klar:
Das MG M201 Meßmikro.

 

 
Das Microtech Gefell M201.
 
Ursprünglich war das Microtech Gefell M201 als Meßmikrophon gedacht. Nun haben aber kluge russische Mikrophonspezialisten entdeckt, daß man es durchwegs auch als Aufnahmemikrophon gebrauchen kann. Unter doremi721 fand sich das folgende Angebot: "Body MV102 with Capsule MK102 in wooden box. In laboratory Mics refurbished: were established Tubes 6S3B and output LOMO transformer 1:10. Comes with Tube PSU: 110/220/230V. All cables. Output: XLR. Mic’s tested in Studio Records." Für US $ 890,00 hatten diese Miks im Juni 2017 den Besitzer gewechselt. Dazu hatte Annika einen kleinen Haushaltsflohmarkt gemacht und mir ihren Koffer für die Baßklarinette verkauft. Somit erhielten die Mikrophone mit der Aufschrift "Microtech Gefell" an mir einen neuen Besitzer. Mit Bettchen im Klarinettenkoffer.
 
Zwei kleine Mikrophone mit einem riesigen Röhrennetzteil. Nun, es gibt sie auch mit einer Kabelverbindung zu haben, diese braucht dann lediglich 48V Phantomspeisung. Aber mit dem Rörennetzteil ist es ja doch was anderes. Sie kamen eigentlich nur gelegentlich zum Einsatz. Nebenbei las ich, daß das die einzigen Mikrophone seien, die einen Bösendorfer naturgetreu wiedergeben könnten – anscheinend hatte das ein Dozent an der Musikakademie in Bern ausgesprochen. Kurz und gut: An den Tablas fiel mir auf, was diese leisten. Ich traute meinen Ohren nicht, wie präzise sie das Schlagwerk wiedergaben. Also kam eines davon zum Einsatz, um den Allsound Super Bass Baby abzunehmen. Zusammen mit dem U87ai. Ein gutes Paar.
 
Kurz und gut: Wenn jemand erschwingliche Mikrophone sucht, die sehr präzise sein sollen und Schoeps und DPA ein wenig teuer herkommen, dann kann ich wärmstens die "Body MV102 with Capsule MK102" empfehlen. Und ein Mail in die Ukraine.
 

Glam Rock? Mehr weiß ich im Moment nicht.
 

Sein vielen Jahren hängt bei mir in der Küche ein Bild von Marc Bolan, das allmählich vergilbt – es ist eine echte Photographie, anscheinend nicht wirklich gut fixiert. Ja, es ist so: Die Zeiten sind schnell vorangegangen und wenn ich meinen Besuch danach frage, ob er/sie erkennen, wer auf dem Photo ist, dann löst das in der Regel ein Verneinen aus. Wir damals, als fanatische Verfechter "progressiver" Musik, legten T-Rex in die Schublade des Kommerzes ab, verachtenswert. Nach vielen Jahren entdeckte ich große Freude an der Bolan'schen Kunst. An diese kompakten Klangbild und der märchenhaften Lyrik, die da vor allem an den Texten des Tyrannosaurus Rex zum Besten gegeben wurde. Es ist ja auch wenig bekannt, daß es sogar einen Gedichtband von Marc Bolan gibt.
 
 

Nun, ich suchte einen solchen stampfenden Sound, etwas aus der damals verachteten Schublade oder in der Art wie "Instant Karma" aus der John/Yoko-Kiste. Also kratzte ich zunächst einmal einen Gitarrenpart aus der Klampfe hervor. Wie üblich alles in einem Stück, um auf diesem Gerüst einen Song zu bauen. Die Perkussion lieferte ein Tamburin, das hatte ich im russischen eBay entdeckt. Es sah nicht so aus, wie man sich ein anständiges Tamburin vorstellt, eher etwas für einen Abend mit den Zigeunern im Wald. Es hatte Schellen und Glöckchen und als Ersatz für ein Fell ein Stück roten Karton, der nach nichts klang. Der Rest erinnerte an Kukuls Schlitten in "Tanz der Vampire (The Big Bold Vampire Killers)" von Polanski.
 
Aber ich hatte ja das Baltic Latvian Universal Audio Prototyp Mikrophon, das sich in Sachen Klarheit überhaupt nicht vor den MV102ern verstecken muß. Im Gegensatz zum allgemeinen BLUE Bottle hat es eine fixe Kapsel, vermutlich ein M6. Damit werden die Bässe und die Höhen verstärkt. Und da freut sich mein Zigeunertamburin! Die Glöckchen klingen wie die Wilden und das Stück Karton als Fellersatz – nahe am Mik gehalten – klingt wie eine Baßdrum mit zwei Metern Durchmesser.
 
Congas dazu, ja da müssen Congas dazu. Ich will dem Bolan nichts Schuldig bleiben. Und die Congas sollen auch wuchtig klingen. Wuchtig bis hohl. Dazu hat es im Mikrophonregal zwei Sterling Audio ST-77er. Die klingen wuchtig, und richtig, die Congas bekommen den richtigen Vibe.
 
Für die orchestralen Parts zeichnet wie üblich George als Saxophon-alles-machen-Wir. Und zaubert mir Saxophon-Parts in das Gemälde, die Pepperland-würdig sind. Valerie trägt die Background Vocals. Fehlen noch drei Komponenten: ein Klavier, ein Baß und eine Singstimme. Baß: Da schauen wir noch. Stimme: da auch, und in einem anderen Koffer liegt schon das Echochord Mini parat für das Tape-Delay. Und das Klavier?
 
George hatte am 23. Juli ein Konzert im Freizeitzentrum Landauer in Riehen, da spielte er mit im Soirée d'été. Ach schön war's! Good Old Songs wie "What's going on?" vom Marvin Gaye und viel mehr. Eine ganze Kiste voller Sängerinnen, Baß, Bläser (George), Schlagzeug und Keyboards. Ein Klavierspieler! Ja, den Pio Schürmann hatte ich schon vor Jahren kontaktiert, aber irgendwie verlief damals alles im Sand. Zweiter Anlauf. Ein paar Tage später sitzt er bei mir im Studio.
 
Und da haben seine Augen aufgeleuchtet, als ich das Hohner Pianet T erwählt habe. Des armen Mannes (ich) Fender Rhodes. Ein Klavier wie eine riesige Kalimba mit kleinen Metallplättchen, die über Sticky-Pads bewegt werden und dann elektrisch Verstärkt. Nun denn, auch Pio stellte fest – so wie ich am Vorabend der Session – daß die eine Taste ziemlich verstimmt ist, aber das ist etwas, worauf wir keinen Einfluß haben, da müßte ein Hohner Techniker ran.
 
Das Pianet T klingt schön. Ich wollte einen Klang, so ähnlich wie im "Instant Karma", agressiv und etwas Hall dran. Zunächst versuchte ich die Verstärkung über einen Suprem Gitarrenverstärker in einen Celestion Truvox 1225. Spitz und kratzig, welche Einstellung auch immer. Gewechselt auf den Allsound GA5050 Verstärker mit dem Allsound Super Bass Baby Lautsprecher. Ah! Das Pianet T klingt nun wie Butter. Zerlassene Butter. Ghee. Ein Klang wie auf einer Impulse!-Platte. Aber wollte ich so einen Klang? Ok, lassen wir's so. Da hinten dran die Gitarren kratzten, die Schellen klingelten und die Congas wuchteten, brauchte es noch etwas für die Mitten. Und Pio wußte, was zu tun war.
 

 

Papers We Write And Read   Version 9
 
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Pio spielt am Pianet T. Vor sich die Zweittastatur mit Zweitmaus für den Monitor mit der Timeline. Das Pianet T spielt er über ein Vox Cooltron Vibravox in einen Allsound GA5050 Verstärker, dieser speist einen ebensolchen Allsound Super Bass Baby Speaker.
 

 
Lyrics:
 
Papers We Write And Read
 
(Work in Progress)
 

 


 
Cast & Technicalia
 
Electric Guitars
Edward Mickonis
Guitar 1: Gibson SG Klon
Verstärker: Suprem
Crate: Scott & Noble Monitor Speaker
Mic: RFT Gefell MV 201
Preamp: Forssell SMP-2b
AD: Lucid to ADAT
 
Gibson SG Klon, zweite Spur:
Verstärker: Suprem
Crate: 20 Inch NoName Bassbox
Mic: Aiwa VM17
Preamp: Forssell SMP-2b
AD: Lucid to ADAT
 
 
Guitar 2: Gibson SG Klon
Verstärker: Suprem
Crate: Scott & Noble Monitor Speaker
Mic: RFT Gefell MV 201
Preamp: Forssell SMP-2b
AD: Lucid to ADAT
 
Gibson SG Klon, zweite Spur:
Verstärker: Suprem
Crate: 20 Inch NoName Bassbox
Mic: Aiwa VM17
Preamp: Forssell SMP-2b
AD: Lucid to ADAT
 
 
Tamburin
Edward Mickonis
Mic: BLUE Neumann-RFT-Style Bottle Mic
Preamp: Audio Upgrades High Speed Microphone Preamp
Effekt: Peavey VSX 26 (Preset ED1*)
AD: Lucid to ADAT
 
 
Schlagzeug
Edward Mickonis
Keine weiteren Angaben
AD: Lucid to ADAT
 
 

 

Vocals
Valérie Benelli
Mic: Fox Audio Research Custom ELA M251
Preamp: Demeter VTMP-2a
Effekt: Ensoniq DP4
AD: Lucid to ADAT
 
 
Vocals
Edward Mickonis
Mic: Fox Audio Research Custom ELA M251
Preamp: Demeter VTMP-2a
AD: Lucid to ADAT
 
 
Congas
Edward Mickonis
Hi Conga: LP Quinta
Mic: AKG D224E
Preamp: Audio Upgrades High Speed Microphone Preamp
Lo Conga: LP Tumba
Mic: Sterling Audio ST77
Preamp: Forssell SMP-2b
AD: Lucid to ADAT
 
Zweiter Congatrack
Edward Mickonis
Hi Conga: No Name Hi Conga
Mic: AKG D224E
Preamp: Audio Upgrades High Speed Microphone Preamp
Lo Conga: No Name Lo Conga
Mic: Sterling Audio ST77
Preamp: Joe Meek VC1
AD: Lucid to ADAT
 
 

 

Saxophon-Spuren
George Ricci
Mic: BLUE Neumann-RFT-Style Bottle Mic
Preamp: Audio Upgrades High Speed Microphone Preamp
Compressor jeweils zweite Spur: Federal AM864U Tube Compressor Clone mit Gate
AD: Lucid to ADAT
 
 
Hohner Pianet T Elektropiano
Pio Schürmann
Effekt und Preamp: Vox Cooltron Vibravox
Verstärker: Allsound GA5050
Lautsprecher: Allsound Super Bass Baby
Mics: Neumann U87ai und RFT Gefell MV 201
Preamp: Audio Upgrades High Speed Microphone Preamp
AD: Tascam ML 32D Dante Interface
 
 
Multitracks: 24 Bit / 48 khz
 
* Das Peavey VSX 26 Speakermanangement System wurde als Multi-Delay eingesetzt
 


D er Abstand zur Sache. Zwischen einer Aufnahme und der nächsten Spur können Jahr liegen. Das macht die Aufnahme wieder "frisch". Das Alter läßt sie reifen und gleichzeitig in Vergessenheit geraten. So klingt sie neu. Und lädt dazu ein, Frisches hinzuzufügen. So ergeht es mir mit allen meinen Aufnahmen. So ergeht es mir oft mit den Zeichnungen. Sie können angefangen sein und dann jahrelang in einer Mappe liegen.
 
Wenn ich sie neu "eröffne", dann haben sie neues Leben erhalten und werden mit den Augen, die etwas weiser und erfahrener geworden sind, neu betrachtet und bearbeitet. Auch die Hand hat aus den Fehlern gelernt. Aber die Pause ist so wichtig. Der Abstand, der die neue Nähe ermöglicht, ein Sich-neu-heran-Nähern. Heran nähen – es ist wie Textil, ein Netz, Verflechtungen, die man gestaltet, um das Große Bild zu erhalten.
 
Tatsächlich begann ich wieder an einem Bild weiterzuzeichen, daß ich vermutlich 2018 begonnen hatte. Es kann durchwegs ein Bild steckenbleiben und warten, daß es wieder an die Reihe kommt. Was auch hier geschen ist, während ich vor einigen Tagen die Arbeit an dem Stück wieder aufgenommen hatte. Generell ist mir manchmal mein Strich zu hart, also suchte ich nach einer Möglichkeit, Tiefen darzustellen, ohne auf schwarze Tinte zurückzugreifen. Generell arbeitete ich mit Umbra. Lavieren funktionierte auch nicht so recht. Nach einigen Stöbern fand ich ein paar Stifte, in verschiedenen Braunschattierungen. Das war's! Wieder war ich dem Kubinesken näher gekommen.
 
 

 
"Bringing The Tea". Umbra und Braunstifte auf Papier.
40 x 40 cm, Arbeitsfassung vom 31. Juli 2020, begonnen vermutlich 2018.
 
 
Zeichnen ist für mich wie träumen, einfach surrealer. Auf dem Blatt muß ich weder auf physikalische Einschränkungen achten, noch auf Inhalte, die im "wirklichen" Leben nicht möglich sind. Und doch sind die Zeichnungen wirklich, überwirklich. Was ich im Traum erlebe, ist noch viel detaillierter. Wenn ich nicht nachts so hundsmüde wär, dann könnte ich nach einem Traum aufstehen und – beispielsweise – die Architekturen aufzeichnen, mitsamt der Landschaft, dem Licht und den Dinosauriern, die in der Gegend herumlaufen. Das allein wäre ein Vollzeitjob mit Mitarbeitern.
 
Aber die Reflexion über die Zeichnung, die bleibt wichtig. Und so wie eine Zeichnung entsteht, so entsteht auch ein Musikstück. Es ist genau die gleiche Handschrift. Der gleiche Vorgang, die gleichen Inhalte. Wer meine Zeichnungen entschlüsselt, oder meine Musik entschlüsselt, kennt mich. Aber wer hat schon Zeit dafür? Darum kennt mich niemand.
 
Alfred Powell Morgan
The boys' first book of radio and electronics.

Das Buch wurde 1954 von Charles Scribner's Sons in New York herausgegeben. Ich habe es im eBay gefunden. The Boys' First Book of Radio and Electronics. erscheint im Open Library, das sich bemüht, allen Büchern, die jemals herausgegeben wurden, über das Web weltweiten Zugang zu ermöglichen.
 
Natürlich muß in diesem Buch auch darauf hingewiesen werden, daß mittels dieser Techniken der Krieg gewonnen wurde. Patriotisch zu sein bringt Einschaltquoten und verkauft Bücher. Vor allem in den Fifties. Das war so eine reaktionäre Zeit. Dafür ist die Zeit heute gespalten.
 
Dennoch ist es ein gutes Nachschlagewerk für leute, die Radioempfänger bauen wollen, oder Verstärker. Sofern man eine 6BF6 Röhre zur Hand hat. Wobei ich das alles nicht wirklich brauche. Ich muß nur meinen Tanglewood Elektrobaß an den Allsound anschließen und schon höre ich UKW und kann mich geschichtlich oder geographisch weiterbilden. Ohne Witz: Irgendwas in der Signalkette von Baß bis zum Lautsprecher macht das möglich.
 
Aber sei's gesagt: Es ist ein tolles Buch. Genauso toll sind meine Japanischlehrgänge. Ja, ich bräuchte um die 500 Jahre um alles zu studieren, was mich interessiert. Und während dieser Studien würde ich noch viele Möglichkeiten entdecken, etwas zu erkunden.
 
***
 
Bang A Gong. Hat es noch Sinn, Glamrock zu bauen? Wieviel Glamrock muß dieses Stück haben? Genug, damit das Stück einen nächsten Schritt macht. Und dabei so wunderbar klingt wie das, was aus den sündteuren Pults aus den 60/70ern kam. Und besser. Die Platten klangen nicht wirklich gut. Die Neuauflagen der Platten klingen besser. Und das, was ich hier getan habe, ist dieses Mehr-Als-Sixties. Es kam nicht aus den Sechzigern, auch nicht aus den Siebzigern. Hinter diesem Stück liegen Jahrzehnte an Gedankengut. Zumindest all mein eigenes Gedankengut, alles das, was ich erlebt habe in dieser Zeit dazwischen. Nie habe ich vergessen, wie schön das Original klang. Das habe ich natürlich nur über Funk gehört, mit viel Glück in einem Radio mit Röhren drin und einem magischen Auge vorne dran. Und dann, viel später, habe ich die Impulse!-Aufnahmen auf CD gehört: Wieder tauchte dieser Klang auf. Es war mehr Instinkt als Bewußtsein, die Allsound Komponenten einzukaufen. Eigentlich sahen sie einfach gut aus. Dann hörte ich sie mir an, mit einer Gitarre als Input. Und staunte über den "warmen" Klang. Und jetzt habe ich die Allsounds das Pianet T verstärken lassen. Sie ergänzen sich perfekt. Es hat so viel Klanginformation, daß man sogar mit ein paar Handgriffen in einem Plugin-EQ einen großartigen, präsenten und fast nostalgischen Sound erhält. Es ist, als hätte man schon Jahrelang diese "Farbtuben" gehabt, um sie nun endlich zu gebrauchen. Ölfarbe natürlich.
 
Ja, und die Erlebnisse zwischen damals und heute. Rote Fäden laufen durch das Gemälde. Traum und Wirklichkeit vermengen sich zu dem, was heute ist. We write and read. Was wir schreiben und was wir lesen. Es genügt nicht, Politik verstehen zu wollen, auch nicht Wirtschaft. Das ist alles Nebensache. Es muß Transzendenz verstanden werden. Fleisch vergeht, jeder Allsound zerfallt eines Tages. Doch: Mit diesen unzulänglichen Mitteln werden Bücher geschrieben, epische Werke, die neue Welten aufschließen. Mit diesen unzulänglichen Mitteln schreibe auch ich Musik: die Musik entzieht dem Hörer das Gewicht der Politik und der Wirtschaft, es bleiben Poesie und Transzendenz. Es ist wie ein neuer Raum, der uns umgibt. Und ich nehme mir das Recht, in diesem Raum herum zu stampfen. Mit einem Tamburin aus Rußland und mit den Congas aus Baden und aus Wien. Und Pio gibt die Schattierungen bekannt, mit dem riesigen Kalimba.
 
Die Sechziger waren bombastisch und haben Monstren zutage gebracht. Riesen gingen über den Erdball: Menschen wie Karajan oder William S. Burroughs, es eine recht lange Liste. Viele von diesen Riesen sind inzwischen wieder vergessen worden. Es gab die Gurus, einen Abbie Hoffmann oder auch Jeanne Moreau. Manche von denen leben sogar noch wie eine Maria Bethania. Maria Bethania! Religiöse Musik aus Brasilien, Poesie für Candomblé und Macumba! Wer macht heute religiöse Musik, die nicht im Brei des Intellektuellen untergeht oder im Eso versäuselt? Wer – wie Karajan – bestimmt das Format eines neuen Aufnahmemediums, wie er es bei der CD tun konnte, um eine Beethoven-Symphonie vollständig und ohne Unterbruch pressen zu lassen (kodieren)? Ich habe den Text für die Lyrics noch nicht geschrieben. Was werde ich wohl schreiben dazu, was singen, zusammen mit meiner Zweitstimme auf dem Dynacord Mini Echocord?
 
     Edward, 1. August 2020