Studio Project    Down By The River 


 
Image: Helenental mit Tatort

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Untn am Fluß


 
 
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DownByTheRiver_38.zip

(AIF, 48 kHz, 167.9 MB)
 
 
 

 
Anina spielt die Psychovioline für den Mordfall am Fluß.
 
 
Leider hatte ich das Stativ, auf der die Sony-Kamera stand, schlecht fixiert, als ich im Beethoven-Tempel aufnahmen macht. Als ich mich umdrehte, hörte ich sie auf dem Steinboden aufknallen. Tock. Und das war das Ende meiner treuen Sony, die mir photogtraphisch zehn Jahre und mehr zur Seite stand. Also blieb mir nur mehr der kleine Zoom-Recorder übrig für meine Dokumentationen in NÖ im Februar (2016). Darum ist hier das Helenental etwas verschwommen.
 

 

 

 
Down By The River
Neil Young
 
Be on my side,
I'll be on your side,
baby
There is no reason
for you to hide
It's so hard for me
staying here all alone
When you could be
taking me for a ride.
 
Yeah, she could drag me
over the rainbow,
send me away
Down by the river
I shot my baby
Down by the river,
Dead, oh, shot her dead.
 
You take my hand,
I'll take your hand
Together we may get away
This much madness
is too much sorrow
It's impossible
to make it today.
 
Yeah, she could drag me
over the rainbow,
send me away
Down by the river
I shot my baby
Down by the river,
Dead, oh, shot her dead.
 
Be on my side,
I'll be on your side,
baby
There is no reason
for you to hide
It's so hard for me
staying here all alone
When you could be
taking me for a ride.
 
Yeah, she could drag me
over the rainbow,
send me away
Down by the river
I shot my baby
Down by the river,
Dead, oh, shot her dead.
 


Edward: "Das Helenental mit der Ruine Rauheneck und die Eugen Villa. Wenn ich das sehe, dann höre ich Neil Young, wenn ich Neil Young höre, dann sehe ich dieses Tal."
Anina: "---> Synästhesie"
(Ausschnitt, E-Mail-Wechsel mit Anina)
 
So nennt sich das also.
 

 
Ruine Rauheneck, von der Ruine Rauhenstein aus gesehen.
 
 
 
Tunings and Micings
 
Es ergab sich. Diesen Satz könnte ich tausendmal schreiben und er bleibt ständig aktuell.
 
Es war eine zufällige Begegnung am Zebrastreifen mit einem mir seit Jahren bekannten Musiker – er möchte in diesem Zusammenhang, den des Musikers, nicht mehr an öffentlicher Stelle erwähnt werden (oder so) – das zu einem Gläschen in seinen Garten führte. Mir fiel der Bösendorfer auf, den er in seinem Atelier stehen hatte. Natürlich dürfe ich ihn für eine Aufnahme verwenden. Und den Robin Michel, damals seines Zeiches Kunststudent, traf ich auch auf der Straße und sprach ihm ein Lob aus zu seinen Arbeiten. Wir sprachen über Ton und Synthesizer. Natürlich würde er für mich Klavier spielen. Er spielte ein wunderbares Laid-Back-Piano für mich auf dem Bösendorfer. Ich installierte dazu ein kleines Setting, mit dem wir arbeiteten. Ich weiß nicht, was die Japaner im Akai EIE eingebaut haben, aber die bescheidenen Mic-Preamps/Wandler da drin sind schlichtweg sagenhaft für das Nichts, was das Interface kostet. Das große Klavier bekam am Musikerende zwei AKG C 452 EBs und am tiefen Ende ein AKG D 12. Es klang wunderbar voll und wuchtig.
 
Trotz aller Studiofertigkeiten behielt die Aufnahme etwas Garagenhaftes, etwas Ungeschliffenes (um einen vielgebrauchten Begriff für ungehobelte Aufnahmen zu gebrauchen). Gut so, irgendwas soll da weiter knistern und kratzen.
 
Trotz seiner Fülle enthielt die Aufnahme weiters so etwas wie leere Stellen, die ich noch füllen wollte. Aninas Psychovioline war kein Solo und auch Robin spielte keine Solos auf dem Klavier. Was sie spielten waren Behälter for Neues. In sich selbst konnten sie nicht wirklich Bestand haben, als Aufforderung für Neues waren sie hervorragend. Ich ließ von Joachim den Violinenlauf auf den Kontrabaß kopieren, was der Sequenz eine 70s discoartige Präsenz gab. Damit hatte ich eine solide und spannend klingende Grundlage für das Gitarrensolo.
 
Leider geschah etwas eingenwilliges mit der Kontrabaß-Aufnahme für den allgemeinen Baßlauf: Irgendwie überlagerten sich die Baßfrequenzen zu sehr und nahmen dem Baß einiges an Transparenz. Ich werde schauen, was ich da mit dem Orban 674A machen kann.
 
Es wurde wieder Zeit für einen Besuch in Österreich, also packte ich mein portables Tonstudio zusammen und hoffte auf den üblichen Glücksfall. Auf den Glücksfall hoffen, heißt für mich alle Sachen beinander zu haben und zu schauen, daß ich jemand vor das Mikrophon bekomme. Der eigentliche Glücksfall beschränkt sich dann nur darauf – nach dem Rackgeschleppe und der Organisation – auch noch die Energie zu haben, die Aufnahme zu dirigieren: eine Herausforderung, die mentale Präsenz erfordert und damit Kraft, die man aus seinen Reserven zusätzlich zur Logistik und zu den technischen Vorbereitungsarbeiten entnehmen muß. Niemals zu unterschätzen.
 
Anvisiert war diesmal ein erster Linier der Pepi Abicht. Dieser hatte einen Proberaum in Tribuswinkel, also mußte alles dorthin, in diesem Fall mit dem Pepi seinen Kleinbus. Nice. "Down By The River" erhielt ein Flügelhorn. Pepi aber, als Home-Made Jazzer und aktiver Blasmusikant, der die klassische Rockmusik nicht wirklich kannte, mußte von mir hören, daß das nichts mit "Down By The Riverside" zu tun hatte.
 
Das RME Fireface UC speiste ein AKG C 451 mit Nierenkapsel und ein Neumann TLM 127. Mich speiste das elend kalte Wetter mit einem elenden Schnupfen. Zum wiederholten Male: Ars longa, vita brevis. Naja, immerhin habe ich mich nun 62 Jahre lang mit unzähligen Schnupfen durch die Welt geschleppt. Kontinentübergreifend. Wie Liz Taylor. Als sie Kleopatra drehte, lag sie auch, bedingt durch das englische Klima, einen Monat darnieder (gleiche klapprige Gesundheit wie ich). Zum Schnupfen bekam sie aber noch die Million Gage. Ich krieg den Schnupfen immer pur.
 
Das Wetter war wirklich trübselig und kalt, und doch hatte mich der gute Stoffe ans Schwechatufer gefahren und mich nicht unweit des Urtelsteins in die freie Wildbahn entlassen, von wo aus ich nach Baden zurückspazierte. Als ich am imaginären Tatort vorbeikam, stand dort tatsächlich ein Poizeiwagen. Das "Opfer" hatte ich schon vor etlichen Jahren in London photographiert.
 

 

Die neue Blinggitarre
 
Sacher Music hatte Ausverkauf. Im Normalfall kaufe ich mir alles übertragen im eVilbay, wenn aber wo Ausverkauf ist, dann bin ich auch dort. Ich hatte schon lange ein Auge auf die schöne Career im Schaufenster und ich darf gar nicht sagen, wieviel Nichts sie gekostet hat. Und sie begeisterte mich von Anfang an. Sie klang gut und war bestens dafür geeignet, das (übertragene) BeesNeez Arabella zu testen. Und das nahm alle Feinheiten wie ein Zeiss Objektiv auf.
 
Und irgendwie kam mir das bekannt vor, was ich da spielte. Tief im Inneren hatte ich Neil Youngs "Down by the River" ausgegraben. Ich setzte die Akkorde zusammen und war recht zufrieden mit dem, was ich gespielt hatte. Lara Bachmann und Anina Schärer kamen vorbei, um an "The Windows Sonettes" zu arbeiten, allerdings kamen wir zu dem Schluß, daß wir viel zu wenig Zeit hatten, um die Flöten- und Geigenparts aufzunehmen. Ich schlug vor, etwas "Einfacheres" zu tun. Die Beiden legten sich ins Zeug und sangen mir den Chor für "Down by the River" ein und das so schillernd und frisch wie aus dem Jungbrunnen. An anderer Gelegenheit spielte mir Anina noch einen Geigenpart ein, kratzig und aufwühlend, sehr einfach, aber im Klang voll das Psycho, das ich begeistert in die Aufnahme legen konnte, das ein so tragisches Thema in sich trug.
 
 
Natürlich liegt noch viel Arbeit vor mir. Der Sologesang ist überholungsbedürftig, also neu machen. Und es hat noch keinen Baß, das Schlagzeug braucht auch etwas Editing. Und ein paar Feinheiten. Let me see... Ah ja, die Background Vocals wurden erweitert. Und ein paar Ecken und Kanten hat's auch noch.
 
 
Down by the River   Fassung 33
 
This text will be replaced
 
 

 
Cowboystyle mit Career-Klampfe.
 
 

 
Eine flüchtige Begegnung am Zebrastreifen. Und schon hat man einen Flügel für den Klavierpart. Robin Michel an den Tasten.
 
 

 
Pepi Abicht auf dem Weg zur Aufnahmesession, dazu ein guter Rat seitens der Beschilderung.
 
 

 

Cast & Technicalia
 
Guitar
Edward Mickonis
Al63, Vibra Vox, British Valve Clone, Vox Bassilator
Choral Gitarre, Octavix, Univox Reverb, Vox Bassilator
(Angaben unklar)
 
Vocals
Anina Schärer
Lara Bachmann
Mics: Pro Sängerin je ein Sterling Audio ST77; Preamp: Demeter VTMP-2a
 
Vocals
Madeleine Marambu
Mic: Fox Audio Research Custom ELA M251
 
Vocals
Annika Francke
Mic: BeesNeez Jade; Preamp: Demeter VTMP-2a
 
Solo Vocals
Edward Mickonis
Mics: BeesNeez Arabella; Preamp: Blue Robbie; Kompressor: Lavfrekvent Stereo Compressor Typ 4000
EHX Ribbon Mic; Preamp: SPLGold; Kompressor: Joe Meek TFPro in La2a-Position
Fox Audio Research Custom ELA M251; Preamp: Audient ASP 8024 Desk Preamp; Compression: La4a Clone
Chorus Effekt: DigiTech Studio 400
 

 

Kontrabaß
Joachim Thönen
Mics: RTT MKL-101, Neuman TLM127; Preamp: Audio Upgrades Reference Preamp; EQ: Orban 674A
 
Sprache
Seven Chosen
Mic: BeesNees Arabella; Preamp: Blue Robbie; Kompressor: Lavfrekvent Stereo Compressor Typ 4000
 
Solo Guitar
Edward Mickonis
Custom Made VooDoo Guitar, gesplittet auf zwei Signale:
1. MorleyWah, EHX HotTubes Drive, Glockenklang Amp; Mic: Neumann U87ai; Preamp: Demeter VTMP-2a und
2. MorleyWah, EHX HotTubes Drive, Echolette BS40 and ET199 Amp and Speakers; Mic: BeezNeez Jade; Preamp: Demeter VTMP-2a
 
Fingersnipping
Edward Mickonis
Mic: EHX Ribbon-Microphone; Preamp: SPLGold; Kompressor: Joe Meek TFPro in La2a-Position
 
Geige
Anina Schärer
Keine Angaben
 

 

Klavier
Robin Michel
Bösendorfer Flügel
Mics: 2 x AKG C 452 EB, AKG D 12; Preamp: Audio Upgrades Reference Preamp, für AKG D 12: ART Tube MP Studio V3
 
Drums
Edward Mickonis
SN – Mic: D224E; Preamp: Audio Upgrades Reference Preamp; Compressor: Vestax SL-201 MK II
BD – Mic: No Name Speaker Microphone; Preamp: Audio Upgrades Reference Preamp; Compressor: Vestax SL-201 MK II
HiTom – Mic: Calrec CM656; Preamp: Demeter VTMP-2a; Compressor: Vestax SL-201 MK II
HiHat – Mic: Sony C 535 P; Preamp: Joe Meek VC1
 
Flügelhorn
Pepi Abicht
Mic: AKG C 451 E; Preamp: RME Fireface UC
Mic: Neumann TLM127; Preamp: RME Fireface UC
 

 



D as Licht, seine golden anmutende Schwingung im Herbst des Helenentals und sein Charakter, seine Reflexionen in der vorbeifließenden Schwechat, seine magischen Streicheleien und seine märchenhaften Versprechen, dieses Licht ist auf Ewig in meiner Seele bewahrt. Jung und mit dem weltoffenen Blick für eine Welt, die sich erst um sein Entfalten bemüht, so kraxelten wir über Stock und Kalkstein, wanderten singend und philosophierend durch die Wälder des Hohen Lindkogels und seiner etwas weniger hohen Hügelkollegen. Wir besuchten die Burgruinen und brieten Bananen in einem kleinen Aluminiumbehälter und stritten uns über die Notwendigkeit Butter zu verwenden oder nicht. Die Musik der frühen 1970er schien ein ständiger Begleiter zu sein. Es war wie die Gitarre und das Meer, ohne Meer, dafür viel Wald. Standen wir auf der Turmspitze der Rauheneck, so umgab uns das Meer des Wienerwaldes und die Schneise des Helenentals erschien mir von dort aus wie ein Wegweiser in andere Welten, fuhr man dieser Schneise entlang, dann kam man nach Amsterdam, diesem Mekka aller Hippies, wo sich die Jugend von heute (inzwischen gestern) traf, um das Morgen der Menschen ohne Krieg und Elend vorzubereiten. Es war, als hätte es zwei Menschheiten gegeben: Eine, die noch die Folter des letzten Weltkriegs zu verdauen hatte und verängstigt vor sich hin vegetierte und eine zweite Menschheit, die nicht mehr bereit war, den Krieg in irgendeiner Form zu dulden. Einer zweiten Menschheit, die in sich das Erblühen einer neuen Welt verspürte, einer spirituellen Welt voller unbeschreiblicher Möglichkeiten. An mir persönlich hat sich an dieser Einstellung nichts geändert, ich wüßte nicht wofür. Und bitte: Tut's mir den Gefallen und versucht's nicht, diese zweite Art von Menschheit in eine Schtreichholzschachtel zu legen oder zu digitalisieren. Diese Welt ist zu groß für eine Schachtel und zu komplex für einen lächerlichen binären Code. Diese Welt für sich war nur ein Vorwort, manchmal bin ich versucht zu glauben, daß ich nichts anders schreibe als Vorworte. Weil diese Welt nicht abgeschlossen ist, kann man sie nicht erfassen, nur weiter erforschen – und genießen.
 
For many of us the music of Crosby, Stills, Nash and Young was companionship and/or a role of conduct forged on their hippie style of perception. I myself was captured by Neil Young's "After The Goldrush". Young's music was part of the soundtrack that was in my mind wandering the banks of the river Schwechat. On the other hand there was Hendix for other parts of the forest, as was Quintessence or Indian music for other areas. It was not until a few years ago that strumming electric guitar, listening to the guitar on VOX Bassilators, working on it's tone, that I thought that what I was playing resembled a song I knew, one that rang a bell and the sound of this bell ringing released the magic of the bygone aera anew. I don't think that I even knew which song it was. I was and still are not familiar with the album it had been relased on: Crazy Horse's "Everybody Knows This Is Nowhere". Oh, this is "Down By The River", I thought, I should record this. Little did I know this would become, as I was later told, a "monster"-project.
 
Na, da schau ich wieder, plötzlich schreibe ich auf Englisch weiter und bemerke es gar nicht. Jedenfalls fügte sich "Zufall" an "Zufall" und innerhalb von dieser mentalen Anbaufläche entwicktelte sich eine vielfältige Klangwelt, die aber so antiquiert war wie der Originalsong. Aus Alt mach Neu mach Alt.
 
     Edward, 28. Februar 2019

Mord am Ufer